Kinder auf Reisen: Wie Ihr Kind auf Reisen gesund bleibt

Wie Sie seine empfindliche Haut schützen und was Sie auf Reisen mitnehmen sollten:

Der Sommer ist eine herrliche Jahreszeit für Ihr Kind - vorausgesetzt, Sie beachten ein paar Regeln, um es vor Gefahren zu bewahren. 

Thema Sonnenschutz: 

Besonders die empfindliche Kinderhaut wird von den UV-Strahlen der Sonne rasch verbrannt. Aus diesen Verletzungen kann nach vielen Jahren Hautkrebs entstehen. Deshalb müssen Sie Ihr Kind davor schützen. Wichtig ist vor allem das Einschmieren. Verwenden Sie eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Auch wenn Ihr Kind gebräunt ist, sollten Sie weitercremen. Denn das Pigment der Haut ist zwar ein Schutz, aber nicht vor Sonnenbrand. 
Selbst wenn Kinder eingecremt sind, sollten sie nicht zu lange in der prallen Sonne bleiben. Das gilt besonders für Säuglinge und Kleinkinder. Ihr verhältnismäßig großer Kopf ist sehr gut durchblutet und daher besonders schutzbedürftig. Bei den ganz Kleinen geht das mit einem Sonnenhut. Ab etwa einem halben Jahr lehnen viele Kinder das Käppchen ab. Bevor der Kopfschutz zum Kampfobjekt wird, suchen Sie lieber eine Alternative. Hat Ihr Kind wenige kurze Haare, cremen Sie einfach die Kopfhaut ein. Gesicht, Nacken und Ohren nicht vergessen! Sonnenbrillen für die Kleinen sind manchmal übertrieben, da sie die Augen automatisch schließen, wenn ihnen die Sonne zu grell ist.

Auch Säuglinge sollen den Urlaub am Meer genießen: Gehen Sie mit Ihrem Baby ruhig ins Wasser (Vorsicht: Wassergüte beachten. Manchmal ist es auch am Meer ratsam, lieber das Schwimmbecken im Hotel zu benützen!), aber legen Sie es anschließend wieder in den Halbschatten. Und die etwas größere Kinder sollen beim Spielen am Strand lieber ein T-Shirt tragen. „Besser ein nasses Leiberl als gar keines.“

Wenn es trotz aller Vorsicht einmal zum Sonnenbrand gekommen ist, helfen Sie Ihrem Kind so: Ein kühles Zimmer, wenig Bekleidung, damit die Hitze abstrahlen kann (der Sonnenbrand ist oft mit einem Hitzestau verbunden). Kühlende Umschläge, kühlende Salben, jede Menge Kühles zum Trinken.

Viele Kinder bekommen während der heißen Zeit Sonnen- und Hitzeausschläge. Sie entstehen meist aus dem Zusammenwirken von Sonne und Gräsern oder Sonne plus Sonnenschutzmittel. Man erkennt sie an gerö teten, leicht aufgequollenen Hautstellen und Wimmerln. Das ist aber kein Grund zur Aufregung. Sie helfen Ihrem Kind, wenn es im Schatten ist oder die betroffenen Stellen möglichst abdeckt.

Thema Sonnenstich:

Die Kinder leiden neben Fieber unter Kopfschmerzen, Schlappheit, Erbrechen, sogar an Krämpfen. Bei hohem Fieber sollte Ihr Kind aber unbedingt zum Arzt. Ist der Sonnenstich nicht allzu heftig, helfen ein kühles Zimmer Ausziehen und kühle Getränke. Um es gar nicht soweit kommen zu lassen, gilt: Beobachten Sie das Kind genau, um zu sehen, wann es genug hat. Es sollte sich behutsam an die Hitze gewöhnen, anfangs genügen eine oder zwei Stunden. Lassen Sie es auch im Schatten spielen, und bieten Sie ihm genug zu trinken an. Manche Eltern „vermummen“ ihre Kinder geradezu aus Angst vor den UV-Strahlen. Tun Sie das nicht, denn das begünstigt wiederum den Hitzestau. 

Thema Trinken:

Viele Eltern quälen sich mit der Angst, ihr Kind würde zu wenig trinken. Fangen Sie auf keinen Fall an, deshalb nur noch die Lieblingslimos der Kinder zu kaufen. Sie brauchen sich wirklich keine Sorgen zu machen, solange Sie Ihrem Kind regelmäßig was anbieten oder bereitstellen. Und was sollen Kinder trinken? Auf keinen Fall nur konzentrierte Fruchtsäfte und Limonaden! Ideal wäre Wasser (Mineralwasser aus original verschlossenen Flaschen!). Aber die meisten Eltern würden sich schuldig fühlen, wenn sie ihren Kindern nur Wasser geben. Wir empfehlen 1/3 Fruchtsaft, verdünnt mit 2/3 Wasser, oder kühlen Tee. 

Thema Reisen:

Viele Eltern fürchten den Reisestress. Wie werden die Kinder damit fertig? „Ein Kind hat den Stress, den die Eltern haben. Wenn Sie es schaffen, selbst nicht gestresst zu sein, wird die Reise auch für Ihr Kind stressfrei und schön.“ Wer kann, sollte mit Kindern lange Strecken lieber per Flugzeug als mit dem Auto zurücklegen. Flugreisen sind sogar für Babys unproblematisch (Flascherl und Schnuller helfen beim Druckausgleich bei Start und Landung). Auch Reisen außerhalb Europas sind mit Kleinkindern denkbar, solange man im Hotelbereich bleibt. Ab einem Jahr kann man Kindern eine Prophylaxe gegen Malaria und Reiseimpfungen geben. Lassen Sie sich im Tropeninstitut in Wien beraten. 

Schutz vor Insektenstichen: 

Hierzulande sind Insektenstiche auch für Kleinkinder nicht lebensbedrohlich, aber oft sehr unangenehm. Mückenstiche können so zahlreich sein, dass Ihr Kind vor Juckreiz nicht schlafen kann. Da hilft eine antihistaminhältige Salbe. Bei Bienen- und Wespenstichen steigt die Zahl der Fälle, bei denen die kleinen Arme und Beine fast auf die doppelte Dicke anschwellen. Geben Sie Antihistaminsalben und -tropfen (rezeptfrei in der Apotheke). Sonst reichen kühlende Umschläge (Eisstückchen in eine Stoffwindel). Hat Ihr Kind eine Zecke „gefangen“, holen Sie diese vorsichtig mit einer Pinzette heraus (damit der Kopf nicht abreißt). FSME-Impfung (gegen die durch Zecken übertragene Frü hsommer-Meningoenzephalitis): Vor dem 1. Geburtstag wird nicht geimpft. Sollte Ihr Säugling eine Zecke haben, fragen Sie Ihren Kinderarzt. 

Reiseapotheke für Familien mit Kleinkindern:

Die Österreichische Apothekerkammer hat für Sie zusammengestellt, was in die Reiseapotheke gehört:

» Fieberthermometer und ein fiebersenkendes Mittel (Dosierung nach Alter und Gewicht): Mit paracetamolhaltigen Zäpfchen können Sie das Fieber senken (und Schmerzen und Entzündungen lindern). Die Fieberzäpfchen verlieren ihre Wirkung nicht durch die Hitze, auch wenn sie schmelzen. Sie sollten aber nach der Anreise möglichst rasch kühl gelagert werden. Nehmen Sie bitte nur frische Medikamente mit. Geben Sie erst ein Zäpfchen, wenn Ihr Baby oder Kleinkind 38,5° C im Popo gemessen oder 39° C unter dem Arm hat. Geht es dem Kind allgemein schlecht, suchen Sie bitte einen Arzt auf, rät die Apothekerkammer. Im Notfall (und wenn es mit der Telefonleitung klappt) können Sie rund um die Uhr Rat in den Ambulanzen der Wiener Kinderspitäler und bei den Infodiensten in den Landeskrankenhäusern einholen.

» Bei Durchfall braucht Ihr Kind viel Flüssigkeit und ein Elektrolytpräparat, um die Salzverluste auszugleichen (es gibt verschiedene Produkte rezeptfrei in der Apotheke). Notfalls helfen auch Soletti und Cola (keine Lightprodukte!). Für Kleinkinder gilt: Damit es nicht soweit kommt, die gewohnte Säuglingsnahrung mitnehmen, Wasser dafür abkochen (z. B. Tauchsieder).

» Insektenstiche, Sonnenbrand und allergische Reaktionen auf Lebensmittel: Antihistaminhaltige Salben und Clarityn-Saft helfen bei diversen Schwellungen.

» Pflaster, Verbandmaterial, Pinzette (um etwa Stacheln und Dornen herauszuziehen), ein Desinfektionsmittel und Wattestäbchen (zum Säubern der Verletzungen).

» Medikamente, die Ihr Kind derzeit nehmen muss.