Ernährung bei Magen-Darm- Krankheiten

1. Diarrhö (Durchfall)

Durchfall ist keine eigenständige Krankheit, sondern das Symptom einer Erkrankung. Von einer Diarrhö spricht man bei einer häufiger als 3-mal täglichen Stuhlentleerung sowie  einer breiigen oder flüssigen Stuhlkonsistenz und /oder vermehrten Stuhlmenge (mehr als 200g/Tag).

Akute Diarrhöen halten meist nur wenige Tage an, weisen eine hohe Selbstheilungsrate auf. Sie können selbstmedikamentös behandelt werden, solange die Patienten kein Fieber  haben und der Stuhl nicht blutig ist.

Dauert der Durchfall länger als 2 Wochen an, spricht man von einer chronischen Diarrhö, welche unbedingt ärztlich abgeklärt werden sollen.

Ernährungsmaßnahmen bei Diarrhö

Die wichtigste Maßnahme bei einer akuten Diarrhö ist die Substitution  von Wasser und Elektrolyten. Am besten geeignet sind Getränke, die neben Mineralien auch eine gewisse Menge Zucker enthalten, da sie rascher vom Körper verwertet werden können. Stark verdünnte Fruchtsäfte  und leicht gesüßte Kräutertees, z.B.: Kamillen-, Fenchel- oder Pfefferminztee, kommen somit zur Rehydratation in Frage. Vermeiden sollte man Kaffe, Tee und Alkohol.

Bewährt haben sich orale Rehydratationslösungen nach den Empfehlungen der WHO. Sie sind insbesondere bei Kindern eine gute Empfehlung, da sie nicht nur optimal zusammengesetzt sind, sondern auch süß schmecken und daher von Kindern gut akzeptiert werden.

Empfehlenswerte Lebensmittel sind z.B.: geriebene Apfel, Zwieback, Schleimsuppen, gekochte Haferflocken, Kartoffelbrei...

Vermeiden sollte man in der Aufbauphase fettreiche Lebensmittel sowie blähende oder scharfe Speises

Empfehlung bei chronischer Diarrhö

Bei einer chronischen Diarrhö richten sich die Ernährungsmaßnahmen nach dem Auslöser. Falls bestimmte Lebensmittel oder Lebensmittelinhaltstoffe  Auslöser des Durchfalls sind, müssen diese aus der Ernährung eliminiert werden.

2. Obstipation (Verstopfung)

Von einer Obstipation spricht man bei einem erschwerten, unregelmäßigen und teilweise auch schmerzhaften Stuhlgang. Die Stuhlkonsistenz ist in der Regel zu hart und die Stuhlmenge insgesamt zu gering.

Abhängig von der Dauer des Verdauungsproblems unterscheidet man zwischen einer chronischen (länger als 6 Monate) und einer akuten Obstipation.

Eine niedrige Stuhlfrequenz alleine reicht als Kriterium für eine Verstopfung nicht aus, da es die große individuelle Unterschiede gibt. So geht man davon aus, dass eine bis dreimal tägliche Stuhlentleerung ebenso normal sein kann wie eine Entleerung alle 2 bis 3 Tage.

Ernährungsmaßnahmen bei Obstipation

Da Ballaststoffe neben dem möglichen positiven Effekt auf die Verdauung noch weitere gesundheitliche Vorteile bieten und eine ballaststoffreiche Ernährung insgesamt mit einer gesünderen Lebensmittelauswahl einhergeht, sollte sie zumindest einen Versuch wert sein.

Gute Ballaststoffquellen sind  Gemüse, Obst und Vollkornprodukte. Damit Ballaststoffe wirken können, brauchen sie Flüssigkeit. Viel Trinken (stilles Mineralwasser) ist daher zur Anregung der Verdauung ebenfalls wichtig.

Meiden sollten Patienten mit Obstipation stopfende Lebensmittel, z.B.: Schokolade, Kakao und Bananen.